Dehnungsbehandlung des Spitzfußes

Bei der diesjährigen Tagung der Vereinigung für Kinderorthopädie präsentierte Dr. Stefan Wieser eine wegweisende prospektive Studie zur Wirkung der Tragedauer von Orthesen auf die Spitzfußdeformität bei Kindern mit spastischer Zerebralparese. 

Die Ergebnisse zeigten einen positiven Zusammenhang zwischen einer längeren Tragezeit und einer verbesserten Dorsalextension beim Gehen. Trotzdem konnte etwa die Hälfte der Patienten die vorgeschriebene Tragedauer nicht einhalten.

Diese bahnbrechende Forschungsarbeit wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die Studie untersuchte den Einsatz von Sprunggelenksorthesen mit ringförmiger Fußfassung zur Behandlung von Spitzfuß bei spastischer Zerebralparese und analysierte ihre Tragedauer sowie deren Effekt auf die passive Beweglichkeit und Dorsalextension beim Gehen.

Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren mit Cerebralparese und Spitzfuß sowie einem GMFCS-Rating von I-II wurden eingeschlossen.

Die vorgeschriebene Tragedauer betrug mindestens sechs Stunden pro Nacht, bei einer passiven Dorsalextension des Sprunggelenks von weniger als fünf Grad wurde eine zusätzliche Nutzung der Orthese tagsüber empfohlen.


Die Tragedauer der Orthesen wurde durch einen Temperatursensor erfasst. Vor und nach drei Monaten wurde eine Ganganalyse und klinische Untersuchung durchgeführt. Es wurde eine signifikante Korrelation zwischen Tragedauer und Verbesserung der Dorsalextension festgestellt.

Die Ergebnisse zeigten, dass nur 47 Prozent der Patienten die vorgeschriebene Tragedauer von sechs Stunden pro Tag einhielten. Bei Verwendung einer zusätzlichen Oberhülse sank die Compliance auf 35 Prozent.

Es wurde festgestellt, dass eine signifikante Verbesserung erst bei einer Tragedauer von mehr als sechs Stunden pro Tag, jedoch erst bei einer längeren Tragedauer von etwa zwölf Stunden eine klinisch relevante Verbesserung der Dorsalextension beim Gehen erzielt wurde.

Die Studie schloss mit dem Fazit, dass Maßnahmen zur Steigerung der Compliance bei der Nutzung von Orthesen erforderlich sind, um die Wirksamkeit der Therapie zu maximieren.

Krankheitsbild

ICP - Infantile Cerebralparese

Kinder mit einer infantilen Cerebralparese zeigen – in Abhängigkeit von Lage und Ausmaß der ursächlichen Hirnschädigung – eine Veränderung des Muskeltonus und Störungen der Haltungs- und Bewegungskontrolle.

Betroffene Patienten werden bei uns interdisziplinär vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter betreut. Im Rahmen einer befund- und zielorientierten Therapieplanung kann das gesamte Spektrum etablierter konservativer und operativer Therapieverfahren angeboten werden.

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Neurogene Fußdeformität

Neurogene Fußdeformitäten entstehen durch neurologische Grunderkrankungen und entwickeln sich häufig im Kindesalter. 

Eine frühzeitige kinderorthopädische Diagnostik und individuell abgestimmte Therapie sind entscheidend für Funktion, Stabilität und Alltagsteilhabe.

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Kontakt

Setzen Sie sich gerne direkt mit unserem Experten Herrn Dr. Wieser in Verbindung. Er informiert Sie gerne.

Dr. med.
Stephan Wieser
Facharzt Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie, Kinderorthopädie, Manuelle Medizin, Notfallmedizin, Sportmedizin